Teil 1: Fünf wissenswerte Tipps für Handwerkzeuge

In diesem Beitrag möchte ich 5 hilfreiche Tipps zum Thema Handwerkzeuge in der Elektroinstallation weitergeben.

Im Wesentlichen geht es aber darum zu verstehen, wie hilfreich es sein kann, sich mit dieser Materie auszukennen. 

Denn um eine Arbeit gut ausführen zu können, ist es wichtig, die idealen Werkzeuge zur Hand zu haben. Dabei geht es nicht darum die teuersten zu haben, sondern solche, die optimal für den Job geeignet sind.

Es ist durchaus möglich, Arbeiten mit unpassendem oder schlechtem Werkzeug auszuführen, kein Thema. Man kann auch eine Suppe mit einer Gabel essen, es dauert einfach etwas länger und ist sehr unpraktisch, aber es ist möglich :).


Wie kannst du vom Wissen über das passende Werkzeug profitieren?

  • Ich kann meine Arbeit schneller ausführen
  • Ich kann meine Arbeit sauberer ausführen
  • Ich kann meine Arbeit sicherer ausführen
  • Ich habe mehr Spaß an der Arbeit
  • Mein Werkzeug wird weniger beansprucht
  • Die Installation wird weniger beansprucht


1. Seitenschneider oder Kabelschere

(Links Seitenschneider, rechts Kabelschere).

Auf diesem Foto kann man gut erkennen, wie sich Seitenschneider und Kabelschere beim Schneidresultat unterscheiden. Der Vorteil der Kabelschere ist hier klar zu sehen.

Ohne Frage, der Seitenschneider hat seine Daseinsberechtigung und ich benutze ihn wesentlich häufiger als die Kabelschere.

Aber wenn es darum geht, "weiche" Kabel für den Anschluss vorzubereiten, kann ich die Schere wirklich wärmstens empfehlen.

Der Seitenschneider presst die stumpfen Schneiden aufeinander und zerquetscht den Draht eher als ihn zu schneiden.

Bei der Kabelschere funktioniert die Schneide wie bei einer normalen Schere. Die Schneiden sind scharfkantig und führen aneinander vorbei. So wird ein sauberer und gerader Schnitt ermöglicht.

Diese "kleine" Kabelschere ist besonders bei Kabeln mit Litzen zu empfehlen. Hier muss weniger nachgearbeitet werden, wenn das Kabel anschließend für den Anschluss vorbereitet wird.


2. Isoliertes Kabelmesser gegen normales Messer

Viele benutzen heute noch gerne ihr "Oldschool" Taschenmesser zum abmanteln oder abisolieren von Kabeln respektiv Drähten.

Im Sinne der Sicherheit sollte man sich aber dazu entscheiden, ein Kabelmesser zu besorgen. Warum?

Das Foto (oben links) zeigt wie es in einer Elektroverteilung aussehen könnte. Gehäuseteile, Neutralleiter und die Außenleiter sind immer sehr nah beieinander.

Oft muss man an einer aktiven Verteilung Kabel anschließen. Dazu muss natürlich das Kabel bei offener Abdeckung abgemantelt werden.

Fällt das Taschenmesser, das komplett aus Metall besteht, in dieser Situation in eine solche Verteilung, die unter Spannung steht, kann ein massiver Kurzschluss ausgelöst werden. 

Die Folgen können von hohen Kosten wegen Stromausfall und Reparaturen bis hin zu schweren Verletzungen an Personen reichen.

Auf dem Foto (oben rechts) ist ein Kabelmesser zu sehen, welches eine VDE (IEC 60900) geprüfte Isolation am Griff besitzt.

Diese Isolation schütz zum einen den Bediener vor einem Stromschlag, auch wenn die Klinge ein spannungsführendes Teil berühren würde.

Zum anderen schützt die großflächige Isolierung wesentlich besser vor Kurzschlüssen als das Klapptaschenmesser.


3. 4-Kant Pressung oder 6-Kant Pressung

Litzendrähte müssen für manche Anschlüsse mit einer Aderendhülse versehen werden. Damit diese Hülse auch fest mit dem Draht verbunden wird, braucht es eine Aderendhülsenpresszange, um die Hülse auf den Draht zu pressen.

Auch hier hat es inzwischen Neuerungen gegeben, die man unbedingt kennen sollte. Neben der alteingesessenen Variante der 4-Kant Presszange, gibt es seit einiger Zeit auch ein Model, das in der Lage ist, 6-kantig zu pressen. Was bedeutet das?


4-Kant Pressung

Zu sehen ist eine aufgepresste Aderendhülse auf einem 6mm² Draht. Deutlich erkennbar sind hier die vier Kanten.

Das Problem ist, das diese Pressung einen Anschluss in einer runden Klemme (beispielsweise die in einem CEE Stecker) sehr schwierig macht, besonders wenn man größere Querschnitte verwenden möchte.


6-Kant Pressung

Bei der neuen sechskantigen Pressung, was schon einer runden Form sehr nahekommt, ist der Anschluss bei gleichbleibendem Querschnitt kein Problem mehr.

Mit einer solchen Presszange kann man sich somit, ich spreche aus eigener Erfahrung, viel Frust und Ärger ersparen.


4. Normaler Schraubendreher gegen Elektriker-Schraubendreher

Die Schaufeldicke

Wer schonmal eine Lüsterklemme mit einem gewöhnlichen Schraubendreher versucht hat festzuschrauben, hat sicherlich bemerkt, dass keiner dieser normalen Schlitzschraubendreher so sichtig passt. Hier der Vergleich zwischen zwei Schlitzschraubendreher derselben Größe.

Auf diesem Bild (oben) ist ein herkömmlicher Schraubendreher Kopf mit 4mm Schaufelbreite in einer ausgebauten Lüsterklemmenschraube zu sehen. Man erkennt, dass die Spitze viel zu dünn ist und die Schlitzschraube nur zur Hälfte ausgefüllt wird. Das führt zum Abrutschen und Beschädigen der Schraube.

Der isolierte Elektriker-Schraubendreher (oben) mit derselben Schaufelbreite passt hier viel besser. Die Kraftübertragung ist optimal und ein Abrutschen ist unwahrscheinlich.

Die sogenannte Schaufeldicke ist etwas massiver und passt wesentlich besser zu Schrauben, die in der Elektroinstallation vorkommen.


5. Die zeitsparende Ausklinkzange

Die Ausklinkzange oder auch Ausstanzzange ist ein Werkzeug, welches vorwiegend bei Installationen aus Kunststoff zum Einsatz kommt. 

Sei es bei Kabelkanälen oder diversen Abdeckungen, diese Zange ist in der Lage, mit einem Handgriff genau die passende Aussparung auszuklinken.

Erhältlich ist diese Zange in den verschiedensten Formen, je nach dem was man ausstanzen möchte.

Das Ausstanzen von Installationsmaterial geschieht in wenigen Sekunden und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Falls die Aussparung zu klein geraten ist, kann sie jederzeit präzise nachgearbeitet werden. Ohne diese Zange ist bei solchen runden Aussparungen, Bohren, sägen und feilen angesagt.


Wie kannst du also vom Wissen über das passende Werkzeug profitieren?

  • Ich kann meine Arbeit schneller ausführen
  • Ich kann meine Arbeit sauberer ausführen
  • Ich kann meine Arbeit sicherer ausführen
  • Ich habe mehr Spaß an der Arbeit
  • Mein Werkzeug wird weniger beansprucht
  • Die Installation wird weniger beansprucht

Schlusswort

Sinn und Zweck dieses ersten Teils der Infoserie war, zu zeigen welch Potential in solchen Tipps steckt. 

Und das waren erst fünf Stück. Davon gibt es noch eine ganze Menge ;-).


Im zweiten Teil der Infoserie

Im nächsten Beitrag dieser Serie geht es um eins der wichtigsten Werkzeuge, die für die Elektroinstallation eingesetzt wird.

Viele von euch haben zu diesem speziellen Werkzeug eine Menge Fragen.

Ich werde mir darum dieses Tool vorknöpfen und alles von oben bis unten genaustens erklären, man darf also gespannt sein.

Was du dafür machen musst? Nichts, ich schicke dir eine E-Mail in wenigen Tagen.


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