Das Anschliessen und verdrahten eines CEE 16 oder 32 Ampere Stecker (Kupplung, Steckdose)
CEE Stecker, Kupplungen
und Steckdosen, werden heute IEC 60309 genannt und bezeichnen somit den internationalen Standard für Stecker, Kupplungen und Steckdosen für die Industrielle Anwendung.
Jeder dieser Stecker ist so gebaut, dass nur Stecker und Steckdosen mit der selben maximal zugelassenen Betriebsstromstärke verbunden werden können. Dies ist durch die verschiedenen Baugrössen möglich. Ein 32A Stecker ist z.B. grösser als der 16A. Es sind Stecker, Kupplungen und Steckdosen für 16A, 32A, 63A und 125A erhältlich.
Die zulässige Betriebstemperatur beträgt -25 bis +40°C. Auf jedem CEE Stecker ist die Position des Schutzleiters angegeben. Da der Stecker rund ist, ist diese Position in Form einer Stundenskala, wie wir sie auf der Uhr kennen, angegeben. Steht zum Beispiel 6h, so befindet sich der Schutzleiterstift da wo sich die 6 auf der Uhr befindet (unten).
Anschliessen eines CEE Stecker
Am nun folgenden Beispiel werden wir einen CEE 16 Ampere Stecker und eine CEE 16 Ampere Kupplung an ein PUR-PUR (Polyurethan-Polyurethan) Kabel anschliessen, also ein ganz gewöhnliches Verlängerungskabel. Durch das Material Polyurethan wird das Kabel auch grösserer Beanspruchung standhalten.
Viel Material ist nicht nötig um das Verlängerungskabel zu machen. Sehr wichtig ist die richtige Wahl des Kabels, je nach Verwendung ist die Stärke des Mantels zu wählen. Für starke Beanspruchung ist z.B. der Polyurethan (H05 QQ-F) Mantel empfehlenswert. Kommen Säuren Laugen oder andere Flüssigkeiten in Berührung mit dem Mantel, ist ein anderes Kabel zu wählen (Siehe auch Kabelarten). Als Leiterquerschnitt ist je nach länge des Kabels mindestens 2,5mm². Um sicher zu sein, lieber einen Elektriker fragen, oder sich in den Installationsvorschriften des eigenen Landes schlau machen. Die Leiter müssen Flexibel sein, da das Kabel ortsveränderlich ist (starre Leiter können bei stetiger Bewegung brechen. Das einzige was jetzt noch fehlt sind die Aderendhülsen in der richtigen Grösse (Querschnitt).
Um die Aderendhülsen zu Pressen, ist noch die Aderendhülsenpresszange nötig. Auch hier gibt es viele verschiedene Ausführungen, man kommt eigentlich mit jeder ans Ziel, ausser den ganz billigen (Finger weg). Die abgebildete Presszange kann 0.5 – 16mm² Pressen, der Pressvorgang ist automatisch, somit kann man nicht zuviel oder zuwenig Pressen. Die Hülse wird im Prinzip von allen vier Seiten gepresst und bekommt somit eine Klemmenfreundliche Form.
CEE Kupplungen gibt es viele verschiedene, sie unterscheiden sich durch Gehäuse, Zugentlastung, Dichtung, Klemmen. Auch hier ist meist das billige Model nicht zu empfehlen, da schon beim Anschliessen z.B. schrauben brechen oder Dichtungen nicht dicht sind (Achten Sie auf das CE Prüfsiegel). Das abgebildete Model ist sehr robust und hat eine Schraubdichtung (Schnellverschluss), sehr empfehlenswert.
Nun beginnen wir mit dem Anschliessen der CEE Kupplung. Das Gehäuse wird zuerst geöffnet. Es empfiehlt sich aus Sicherheitsgründen zuerst die Kupplung anzuschliessen. Würde man den Stecker zuerst anschliessen, besteht die Gefahr, dass jemand den Stecker einsteckt, wenn die Kupplung noch nicht montiert ist.
Als erstes kommt das Gehäuse über das Kabel, vergisst man diesen Schritt, kann man das ganze am Schluss nochmal machen :-).
Nun muss das Kabel abgemantelt werden, es ist nun herauszufinden wieviel Mantel man abmanteln darf. Hier ist zu beachten, dass das Kabel maximal bis zu der Zugentlastung abgemantelt werden darf. Die Zugentlastung hält das Kabel im Stecker Fest und wird meistens mit zwei Schrauben angezogen (Achtung, nicht zu fest anziehen!) in diesem Fall hier ist die Dichtung die Zugentlastung. Diese befindet sich am Ende der Kupplung und kann am Schluss durch Drehen angezogen werden.
Je mehr man abmanteln kann, um so einfacher geht die Verdrahtung der Kupplung. Hält man jetzt wie auf der Abbildung das Gehäuse und den Kopf aneinander, ist die ungefähre Länge des abzumantelnden Kabels ersichtlich (grün gefärbte Distanz).
Nun ist das Kabel sorgfältig abzumanteln. Bitte die Isolation der Drähte nicht verletzen!
Danach die Drähte abisolieren und mit den Aderendhülsen versehen.
Sind die Aderendhülsen gepresst, sieht es dann so aus. Nun ist das Kabel bereit angeschlossen zu werden.
Der Schutzleiter sollte unbedingt etwas länger als die restlichen Leiter gehalten werden. Würde das Kabel aus dem Stecker gerissen, kommt der Schutzleiter als letztes dran und kann somit Unfälle verhindern.
Bei manchen Steckern, wie hier, ist der PE Anschluss bereits so angeordnet, dass der Schutzleiter als letztes herausgerissen wird, auch wenn die Leiter alle gleichlang abgeschnitten wurden.
Die fünf Klemmen der Kupplung sind alle gekennzeichnet, somit ist klar welcher Leiter wo angeschlossen werden muss. Mehr zu den Leiterbezeichnungen
Nun kann man beginnen die Drähte anzuschliessen, die Schraubklemmen gut festziehen. Hier ist Kraft gefragt und noch wichtiger, der richtige Schraubenzieher. Auch sollte auf keinen Fall die Isolation der Aderendhülse oder des Drahtes unterklemmt werden! Schutzleiter zuerst…
… danach den Neutralleiter…
…dann den ersten Außenleiter L1…
… Außenleiter L2…
… Außenleiter L3, danach nochmal alle(!) Drähte mit einem festen Ruck, auf deren Halt kontrollieren. Dann nochmal alle schrauben nachziehen.
Nun kann das Gehäuse wieder festgemacht werden.
Hier sollten jetzt keine Drähte zu sehen sein, da sonst Zugentlastung und Dichtung nichts nützen. Zum Schluss noch die Zugentlastung/ Dichtung fest ziehen. Ist das Kabel auch mit grösserem Kraftaufwand nicht mehr aus der Kupplung zu ziehen, ist die Zugentlastung fest genug angezogen. Hierbei ist aber zu beachten, dass das Kabel nicht zu stark gequetscht wird.
Somit ist das Kabel fertig.
Alle Angaben ohne Gewähr. Wer ohne spezielle Ausbildung an Starkstrom arbeitet, begibt sich in Lebensgefahr!






















