Installationsplan zeichnen
Im letzten Teil des Kurses wird ein ganzer Installationsplan mit drei Etagen realisiert. Alle besprochenen Punkte können nun in die Tat umgesetzt werden. Zuvor zeige ich noch kurz, wie die Stromkreise aufgeteilt werden.
Aufteilung der Beleuchtungsstromkreise
Je nach Zimmeranzahl sind eine gewisse Menge an Beleuchtungsstromkreisen nötig.
- 1-3 Zimmer Wohnung = 2 Stromkreise
- 3-5 Zimmer Wohnung = 3 Stromkreise
- +5 Zimmer Wohnung = 4 oder mehr Stromkreise
Dabei bedeutet ein Stromkreis auch eine separate Sicherung. Es ist zudem darauf zu achten, eine gleichmäßige Belastung des Drehstromnetzes zu erreichen. Für einen einwandfreien Betrieb, sind pro Sicherung ca, 10 Anschlußstellen ideal.
Des Weiteren ist es von Vorteil, Räume die oft zusammen genutzt werden, nicht auf den gleichen Stromkreis zu nehmen. Als beispiel, Küche und Wohnzimmer. Somit wird eine mögliche Überlastung verhindert.
Die Platzierung der Beleuchtungsstromkreise sollte dabei möglichst im Zentrum der Angeschlossenen Apparate sein und in der Nähe einer Wand.
Ziel dabei ist es eine möglichst kurze Leitungsführung zu erreichen. Pro Beleuchtungsstromkreis ist mindestens eine Abzweigdose erforderlich, müssen grössere Distanzen bewältigt werden, können natürlich auch mehrere Abzweigdosen vorgesehen werden. Diese werden einfach miteinander verbunden.
Das ist nun die Aufteilung der Beleuchtungsstromkreise im Erdgeschoss. Jede Farbe bedeutet eine andere Sicherung in der Hauptverteilung.
Erster Schritt im Untergeschoss
Um den ganzen Vorgang ein bisschen übersichtlicher zu machen, habe ich die Planung im Untergeschoss schrittweise dargestellt.
Als ersten Schritt habe ich die Hauptverteilung (blauroter Kasten) platziert. Hier ist es auch wieder von Vorteil (sofern möglich), die Verteilung so zu platzieren, dass möglichst kurze Leitungen verlegt werden müssen.
Hier sind auch die Leitungen in die oberen Stockwerke zu beachten (Der Bestimmung des Standorts der Elektroverteilung, wie auch der Steigleitung unterliegt den Normen und Regeln.
Als nächstes habe ich die Fundamenterdung eingezeichnet, diese wird einmal ums ganze Haus und im Fundament verlegt. Die Zwei Anschlusspunkte sind für den Potentialausgleich gedacht.
Hier macht es Sinn, zwei Anschlusspunkte einzuplanen, bei der Hauptverteilung und bei der Wasserleitung. Beide müssen mit der Fundamenterdung, bzw. dem Potentialausgleich verbunden werden.
Als Nächstes sind die Elektrischen Geräte dran, die nicht an der Lichtinstallation angeschlossen werden. Boiler, Heizung, Waschmaschine, Trockner und die Heizungsverteilung.
Waschmaschine und Trockner werden hier von einer dreipoligen Sicherung und zwei Steckdosen gespiesen. Wichtig ist, das nicht beide Maschinen an den gleichen Außenleiter angeschlossen werden (Ich werde das im E-Book anhand eines praktischen Beispiels demonstrieren).
Die Heizverteilungsdose wird in der Nähe des Heizverteilers gesetzt. Hier wird später die ganze Bodenheizung verteilt und gesteuert. Auch die Rohre der Raumthermostaten müssen auf die "HZV" führen. Das sehen wir später bei den oberen Stockwerken.
Der Boiler bekommt, wie üblich einen Festanschluss (keine Steckdose) daher dieses Zeichen.
Die Gasheizung braucht nur einen 230V Anschluss. Natürlich gibt es auch Heizungen die mehr benötigen. Weiter habe ich noch eine Schlaufdose zwischen Heizung und Boiler platziert.
Diese führen mit zwei Reserveleitungen der Größe M32 und M20 die auf die Hauptverteilung. Reserverohrleitungen sind bei einer Heizungsinstallation oft sinnvoll, aufgrund von zusätzlichen Installationen die noch nicht vorgesehen sind.
Ich möchte kurz den Unterschied zwischen einer Abzweig- und einer Schlaufdose erklären. Bei der Abzweigdose werden Kabelenden mittels Klemmen verbunden und verteilt.
Bei einer Schlaufdose enden die Kabel nicht, sie führen weiter in ein weiteres Rohr oder aus der Dose hinaus, in diesem Fall auf die Heizung mit einer Aufputzinstallation.
Der Außenfühler führt ebenfalls von dieser Schlaufdose nach oben. Der Außenfühler wird nach Möglichkeit an die Nordfassade des Hauses in ca. 2,50m ab fertig Boden montiert.
Die Nordfassade ist am sinnvollsten, da hier die Messwerte am wenigsten verfälscht werden.
Auf diesem Installationsplan ist nun alles eingezeichnet. Telefon (grün), TV (violett) und Lichtinstallation (blau) wurden ergänzt.
Der Vorraum und Heizungs- Waschraum bekommen zwei einflammige Leuchtstoffleuchten (A). Geschaltet werden diese neben dem Kellereingang, neben dem Disponibel Raum, so wie vom Erdgeschoß beim Kellerabgang. Dies ist nur durch einen Pfeil nach oben zu sehen. Da es drei Schaltstellen benötigt, verwende ich hier eine Kreuzschaltung.
Bevor man nach draußen zur Kellertreppe geht, hat man die Möglichkeit eine Leuchte draußen vor dem Eingang von innen zu schalten. Ebenfalls kann diese Leuchte von oben an der Treppe geschaltet werden. Dies ist wieder mit einem Pfeil nach oben gekennzeichnet. Da es hier zwei Schaltstellen gibt, wähle ich die Wechselschaltung.
Der Kellerraum bekommt eine Leuchtstoffleuchte, eine Steckdose beim Schalter (Ausschaltung) und eine an der Ostwand.
Da der Disponibel Raum oft als Büro verwendet wird, bekommt er einen Telefon und TV-Anschluss, sowie drei Steckdosen mit Ausschalter.
Die ganze Lichtinstallation im Keller wird von einer Sicherung in der Hauptverteilung gespeist und braucht daher auch nur eine Zuleitung (HV).
Alle Leitungen im Keller werden über die Decke verlegt, darum sind keine gestrichelten Leitungen zu sehen.
Elektroplanung im Erdgeschoss
Weiter geht's zum Installationsplan vom Erdgeschoss.
Als erstes möchte ich die besprochenen Leitungen erwähnen, die vom Keller nach oben gehen. Außenfühler, der Schalter (A) beim Treppenabgang und der Schalter beim Treppenabgang außen.
Auf dem EG Plan müssen die Pfeile nach unten zeigen, da diese in den Keller führen.
Für die Beleuchtung in der Küche sind sechs Einbauleuchten und zwei Unterbauleuchten vorgesehen, die mit einem Ausschalter (D) geschaltet werden. An der selben Schaltstelle befindet sich der Schalter C, der mit einer Kreuzschaltung von zwei weiteren Stellen geschaltet werden kann.
Ebenfalls kann hier die Raumthemperatur mit einem Raumthermostat eingestellt werden der wiederum die Ventile der Bodenheizung ansteuert. Daher führt die Leitung des Raumthermostaten in den Keller zur Heizungsverteilung.
Die Wohnzimmerleuchte kann mittels Schalter F geschaltet werden. Der Schalter B schaltet jeweils eine von drei Steckdosen, an drei verschiedenen Orten.
Dies ist sinnvoll wenn man später eine Stehleuchte platzieren will. Ebenfalls sind genügend Anschlussmöglichkeiten für TV und Telefon vorhanden.
Im Eingangsbereich (Entree) werden drei Einbauleuchten mit einer Wechselschaltung geschaltet. Außen an der Haustüre befindet sich der Knopf für die Klingel(braun), welche vom Lichtschalter auf der Innenseite gespeist wird.
Der Gong der mit dem Klingelknopf verbunden ist, befindet sich im Eingangsbereich.
Die Steigleitungen befinden sich am Treppenhaus, diese erstrecken sich bis ins obere Geschoss.
Elektroplanung im Obergeschoss
Begonnen im Schlafzimmer, zeigt sich eine aufwendige, aber sehr komfortable Schaltung der Beleuchtung. Die zwei Deckenleuchten können von der Türe aus, so wie von beiden Bettseiten (Höhe 80cm) geschaltet werden.
Zugleich besitzt jede Bettseite eine separat geschaltete Wandleuchte zur. Raumthermostat und TV, sowie Telefon Anschluss dürfen hier nicht fehlen.
Netzwerkinstallation heute sinvoller
Hier werden alle Anschlussdosen mit genügen groß dimensionierten Leitungen an einen Punkt im Haus geführt, wo das ganze nach Nutzen verteilt wird. Meistens im Keller, wo dann alles nach Wunsch verkabelt werden kann.
Wie installiert der Elektriker?
Um einen Installationsplan korrekt zu zeichnen, ist es hilfreich zu wissen wie der Elektriker das ganze nun installiert.
Nach der Installation des Fundamenterders im Fundament, geht es mit der Decke des Kellers weiter. Hier sprechen wir also von der Kellerdecke, wie auch vom Boden des Erdgeschosses.
Für die Verrohrung auf der Schalung benötigt der Elektriker also zwei Pläne (Keller- und der Erdgeschossplan).
Alle gestrichelten Leitungen im Ergeschossplan sind in der Kellerdecke nach oben zu verlegen.
Hier zu sehen eine noch nicht betonierte UG Decke von einem Mehrfamilienhaus. Die aufstehenden Leitungen sind für das Erdgeschoss, oder höhere Etagen gedacht.
Schlusswort
Ich hoffe, ich konnte mit Hilfe dieses Kurses etwas Licht ins Dunkle bringen (im wahrsten Sinne) und dir die Vorgehensweise zum Zeichnen und Planen einer Elektroinstallation etwas näher bringen.
Vielen Dank, für dein Interesse an meinen Kurs!
Bei Fragen und Anregungen, melde dich doch bitte unter support@elektricks.com oder schreibe einfach einen Kommentar.
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